WEEKLY 34/2026 | Dürre vs. Lieferketten | LCA Verbrenner vs. E-Auto | Analyse von 15.000 Nachhaltigkeitsberichten
Shownotes
Timo hat sich mit den Auswirkungen der Dürre auf die Lieferketten in Deutschland beschäftigt und sehr viel gelesen. Auch volkswirtschaftlich stellt das aktuelle Niedrigwasser eine Herausforderung dar. Moritz bringt eine Studie mit, die eine Antwort auf die beliebte Frage „Wann macht es Sinn, einen existierenden Verbrenner durch ein E-Auto zu ersetzen?“ liefert. Außerdem stellt Moritz eine Studie vor, die untersucht, was in 15.000 Nachhaltigkeitsberichten eigentlich drinsteht und ob Frameworks die Qualität der Berichte beeinflussen. Zuletzt hat Timo noch Good News zum Thema Renaturierung. Und Moritz berichtet von einem dicken Brett, das im Verkehrsministerium gebohrt wird.
-- Artikel zur Dürre-Analyse: https://transport-online.de/news/binnenschifffahrt-pegel-kaub-faellt-auf-17-zentimeter-192074.html
Noch einer: https://www.derwesten.de/aktuelles/niedrigwasser-rhein-ausfall-was-waere-wenn-id302135045.html
Und noch einer: https://table.media/ceo/executive-summary/hitze-bilanz-dieser-sommer-war-teuer
LCA Verbrenner vs. E-Auto: https://www.science.org/doi/10.1126/science.adv5441
Berichtsanalyse: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=7111640
Renaturierung: https://www.deutschlandfunk.de/naturschutzbund-meldet-grosse-erfolge-bei-renaturierung-von-fluessen-und-mooren-in-deutschland-100.htm
BMV und Simson: https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2026/076-hirte-gleichstellung-simson.html
Geschichte der Firma Simson: https://www.topfundsoehne.de/ts/de/service/aktuelles/veranstaltungen/2026/154479.html
Transkript anzeigen
00:00:00: Das Gleiche in Grün-Wigli am XXI.
00:00:02: August, XXVI.
00:00:19: Herzlich willkommen zu Wigli!
00:00:20: Am Freitag Eltern in Hamburg haben bereits aufgeabnet.
00:00:24: Zweiter Schultag nach den Sommerferien schon.
00:00:26: Mir ging über ebenfalls frisch wiederirische Frühling.
00:00:29: Timurlandener.
00:00:31: Passend oder nicht passend so frisch sehe ich.
00:00:34: aber das erste Thema im Bord Dürre?
00:00:39: Dürrre.
00:00:39: What a Dauner?
00:00:41: Ja...das äh ... ist ein Dauner gewesen, beziehungsweise ist es ja immer noch.
00:00:46: Nichtsdestotrotz habe ich mich mal damit befasst und dann paar Sachen halt herausgearbeitet... ...und zwar aus logistischer und volkswirtschaftlicher Perspektive.
00:00:55: Ich hab' mich durch einige Artikel durchgeforstet und das wollte ich dir mal mit auch den Zuhunden natürlich mal zugutekommen lassen.
00:01:01: Aktuell, ich weiß nicht wie das in Hamburg aussieht aber bei uns regnet es.
00:01:06: Gott sei Dank!
00:01:08: denn das haben wir alle mitbekommen.
00:01:09: Es hat sehr lange Zeit nicht gerechnet und zudem war es auch noch heiß.
00:01:14: Es ist ein ziemlich harter Realitätstest gewesen bis dato, also immer noch für Lieferketten, Wasserstraßen und die Frage wie widerstandsfähig unsere Versorgung eigentlich wirklich ist.
00:01:25: Fangen wir mal mit einer Zahl an, die erstmal klein klingt Denn nur rund fünf Prozent aller Güter in Deutschland werden per Binnenschiff transportiert.
00:01:35: Das klingt überschaubar Ist es aber überhaupt nicht, denn rund seventy-fünf bis achtzig Prozent der deutschen Binnenschiffsverkehre hängen am Rhein und seinen Nebenflüssen.
00:01:45: Und genau da liegt das Problem.
00:01:47: Der Rhein ist in diesem Sommer nicht einfach nur niedrig, er ist an einigen Stellen historisch niedrig.
00:01:53: In Köln lag der Pegel Anfang August bei siebensechzig bis achten sechzig Zentimetern also auf oder sogar unter dem Niveau von zwei tausendachzehn.
00:02:02: Beispielsweise In Düsseldorf wurden sogar zwanzig Zentimeter gemessen und am berüchtigten Nadelöhr Kaup, also an der Stelle, an der sich entscheidet wie viel ein Schiff auf dem Mittelrhein überhaupt noch laden kann, wurden zeitweise vierundzwanzig, siebzehn oder sechzehnt Zentimeter teilweise registriert.
00:02:20: Kleiner Einschub für diejenigen, die das nicht wissen – ich wusste es zum Beispiel eben nicht!
00:02:24: Der Pegel Kaup ist eine zentrale Messstelle für den Wasserstand des Rheins bei ungefähr rein Kilometer fünfhundertsechsundvierzig Komma drei ja ungefähr ist es nicht das genau.
00:02:35: Das hilft uns jetzt wirklich weiter, dass einzuordnen, wo das ist.
00:02:40: Ja, das ist in Kaup tatsächlich, rein und fast.
00:02:43: Ich google nebenbei
00:02:44: Es gilt als der wichtigste und kritischste Richtpegel für die Reinschifffahrt im Mittelrhein, da die Fahrrinne in diesem Flussabschnitt besonders schmal und flach ist.
00:02:52: Diese Stelle am Mittelrhein ist also das Nadelöhr des gesamten Systems sozusagen.
00:02:57: Bereits bei Pegeln unter hundred-fünf-dreißig Zentimetern können Schiffe dort nicht mehr voll beladen fahren.
00:03:03: Also kurze Erinnerung!
00:03:04: Bei hundert-fünftereißig cm wird es kritisch.
00:03:06: Zeitweise wurden dort sechzehn Zentimeter gemessen.
00:03:09: Logistiker wissen, Niedrigwasser bedeutet ja nicht automatisch das gar nichts mehr fährt.
00:03:14: Der Punkt ist ein anderer es fährt weiter aber mit massiv weniger Ladung.
00:03:19: Laut DIHK müssen Binschiffe aktuell bis zu seventy-fünf Prozent weniger Fracht transportieren und das ist der eigentliche Schmerzpunkt.
00:03:26: Nicht die Schlagzeile, der rein ist leer, das natürlich auch, sondern die betriebliche Realität dahinter Transportkapazität verschwindet.
00:03:34: Man kann sich das Ganze ganz gut klar machen Ein typisches Binshiff ersetzt ungefähr hundert Lkw.
00:03:39: Wenn diese Schiffskapazität wegfällt oder schrumpft, lässt sie sich eben nicht mal locker auf Straße und Schiene umlegen.
00:03:46: Die können unterstützen das ist klar aber nicht beliebig, nicht sofort und schon gar nicht zum Nulltarif.
00:03:51: Und genau das betonen mehrere Analysen.
00:03:53: Weder Fahrzeuge noch personalnofreie Infrastrukturkapazitäten stehen dafür in ausreichenden Maß bereit.
00:03:59: Schon wenn die durchschnittliche Frachtkapazität auf dem Rhein nur um twenty-fünf Prozent sinkt, können laut DIAK pro Monat knapp drei Millionen Tonnen Güter weniger transportiert werden.
00:04:08: Drei Millionen Tonne!
00:04:09: Und genau deshalb wird aus Wetter sehr schnell Volkswirtschaft.
00:04:12: Das Institut für Weltwirtschaft geht davon aus dass das Niedrigwasser das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um zero Komma eins bis null Komma zwei Prozent drücken könnte.
00:04:21: der grobe Wertschöpfungsausfall ein bis zwei Milliarden Euro.
00:04:26: Andere Schätzungen gehen sogar von Nr.
00:04:27: drei bis
00:04:28: Nr.,
00:04:28: vier Prozentpunkten weniger Wachstum aus und für das rein Einzugsgebiet allein nennt eine Modellrechnung neunhundertdreizehn Millionen Euro Produktionsverluste.
00:04:36: zur Erinnerung, die im Frühjahr angepasste Prognose für das Wirtschaftswachstums in Deutschland im Jahr zwanzig sechsundzwanzig lag bei nr.
00:04:43: fünf Nr, sechs Prozent.
00:04:45: Die Dürre hat also das Potenzial diese Prognese in die Tonne zu treten.
00:04:49: Und da sind wir automatisch beim Vergleichsjahr, ich habe es vorhin schon mal erwähnt.
00:04:53: Vielleicht erinnern sich noch die Einigen.
00:04:54: Das war der Moment in dem plötzlich sehr viele gemerkt haben dass ein Niedrigereien nicht nur ein Umweltbild für die Tagesschau ist sondern ein echtes Industriethema.
00:05:03: damals ging die Schätzung für den wirtschaftlichen Schaden in die Milliarden je nach Quelle von zwei Komma vier bis rund fünf Millionen Euro.
00:05:10: und trotzdem Und das ist eine gute Nachricht in dieser ziemlich angespannten Lage.
00:05:14: Die Versorgung steht weiterhin, nicht weil das Problem klein wäre sondern weil die Logistik gerade enorm viel weg moderiert.
00:05:19: Es wird umgeplant priorisiert verlagert mit Spezialschiffen gefahren auf Bahnen und Lkw ausgewichen wo es nur irgendwie geht.
00:05:27: Und die Politik unterstützt dabei am Stichwort – das haben die meisten Logistiker natürlich mitbekommen – Aufhebung der LkW-Fahrbote für Sonntag in einigen Bundesländern.
00:05:35: Das alles ist teuer, aufwendig und alles andere als elegant.
00:05:38: Aber es funktioniert bislang so gut dass die Versorgungssicherheit eben nicht zusammenbricht Und ich finde das darf man auch an dieser Stelle mal klar sagen Schapo an die Logistik Denn genau in solchen Phasen zeigt sich was logistisch eigentlich ist Nicht nur Ware von A nach B schieben solange alles normal läuft sondern Versorgungen organisieren wenn zentrale Infrastruktur plötzlich nur noch eingeschränkt funktioniert.
00:05:58: Die Dürre trifft aber auch nicht nur die Transportseite Sondern auch die Landwirtschaft.
00:06:03: Hitze und Trockenheit drücken Erträge, erhöhen Bewässerungsaufwand und treiben Kosten.
00:06:07: Das schlägt dann irgendwann auch bei den Preisen durch.
00:06:10: Das IW rechnet für im Jahr die Dürre und Niedrigwasser mit rund drei Prozent Inflation schon eingepreist sind.
00:06:17: Andere Ökonomen halten zusätzlich einen temporären Inflationsschub von bis zu null Prozentpunkten für möglich.
00:06:23: heißt Die Dürde steht nicht nur im Flussbett und auf dem Acker.
00:06:28: Sie steht am Ende eben auch an der Supermarktkasse.
00:06:31: Unter dem Strich zeigt dieser Sommer also ziemlich schonungslos, worum es wirklich geht.
00:06:35: Dürre ist kein Umweltthema, kein Umweltrandthema vor allem.
00:06:39: Dörre ist ein Kapazitätsproblem, ein Kostenproblem, einen Logistikproblem und natürlich auch ein gesundheitliches Problem.
00:06:45: Das möchte ich nicht aussparen.
00:06:46: Und die Dürreperiode in den nächsten Jahren zeigt, dass diejenigen, die unsere Versorgung am Laufen halten das längst verstanden haben.
00:06:57: Zum Glück haben wir einen Kanzler, der reagiert.
00:06:58: Der Krisengipfel leitet, der beim Landwirt auf dem Feld steht und den Pegel selbst misst.
00:07:03: Und das Thema zur Chefsache macht ... Ah, hab ich kurz in einer parallele Realität abgetaucht!
00:07:11: Passend dazu, das fand ich einfach wirklich humorvoll.
00:07:14: Ich weiß nicht ob die zuhörenden Riccata lang folgen.
00:07:18: in den Sozialmedien ist es wirklich sehr unterhaltsam.
00:07:20: sie bezeichnet sich ja selbst als Humorbeauftragte der Grünen und vom paar Tagen vorgestern glaube ich geschrieben Die Hitze Schutz Strategie der Bundesregierung Herbst.
00:07:36: So, ich habe zwei Studien der Woche heute.
00:07:39: Ich konnte mich aber nicht entscheiden, euch beide mitgemacht.
00:07:41: und die erste da geht es um das Thema Verschrotten oder Weiterfahren.
00:07:46: Das ist eine neue Studie aus Science vom sechsten August Und die untersucht ne Frage, die ich schon wirklich oft oft gehört oder mit Menschen diskutiert hab Egal ob ein Plassenraum oder so.
00:07:56: im privaten Kontext Lohnt es sich fürs Klima einen vollfunktionsfähigen Verbrenner zu verschrotten?
00:08:04: obwohl er noch nicht am Ende seines Lebens ist.
00:08:07: Und die intuitive Antwort lautet Nein, ein Auto das fährt, das fährst du zu Ende ne?
00:08:12: Alles andere wäre doch Verschwendung!
00:08:14: So die Autoren der Studie haben jetzt mal sehr detailliert und umfassend nachgerechnet und ihr Ergebnis ist... Die intuitive Antwort ist falsch und zwar ziemlich deutlich.
00:08:25: die untersuchen eine Situation in den USA.
00:08:29: Das ist natürlich wichtig zu wissen und wir wissen auch bei allen Lebenszyklus-Modellen und so, es ist immer wichtig welche Annahmen man trifft.
00:08:37: Natürlich eine Transparenz aber das muss noch ein Kopf haben.
00:08:39: So der Basisfall ist ein durchschnittliches US SUV.
00:08:44: Sie sagen siehzehn Jahre oder setzen sechzehn jahre Lebensdauer an Der US Strom Mix.
00:08:49: Und das Kernergebnis ist jetzt wenn du einen SUV hast den du im zweiten Lebensjahr schon verschrottest und durch ein E-Auto ersetzt, dann sinken die kumulierten Emissionen über den Zeitraum um forty vier Prozent.
00:09:04: Die Klimaschuld aus der Batterieproduktion ist nach drei Jahren abbezahlt also selbst wenn du neues Fahrzeug hast.
00:09:10: in diese Rechnung lohnt es sich klimamäßig das Ding wegzuschmeißen und auszutauschen als den Verbrenner weiterzufahren.
00:09:20: Die Herstellungsemission des vorhandenen Verbrenners werden hier als Sankt-Kost kategorisiert.
00:09:25: Die sind ja schon angefallen, die fallen in jedem Szenario an ob man eben weiterfährt oder nicht.
00:09:31: Die kürzen sich also quasi raus.
00:09:33: das mag für den ein oder die andere so bisschen unintuitiv erscheinen weil ist auch total menschlich.
00:09:39: Man hängt natürlich an dem was man schon hat.
00:09:41: Trotzdem für einen sauberen Vergleich interessiert eben nur, was ab jetzt passiert.
00:09:46: Und das ist eben anders als bei einem Pullover.
00:09:48: So natürlich wäre es vorteilhaft ein Pullover lange zu nutzen den man schon hat ihn zu reparieren und so weiter weil der Pullover der Verbrenne auch kein Treibstoff.
00:09:57: Was für die Studie für den Vergleich also übrig bleibt?
00:09:59: Ist der Vorwärtsvergleich sowas imitiert dass E-Auto ab heute Produktion plus Betrieb gegen das was ein Diesel oder ein Benzinerabhäute noch imitet?
00:10:09: Und in dem Vergleich gewinnt in zweiundneunzig Prozent aller durchgerechneten Szenarien eben sehr deutlich das E-Auto.
00:10:15: Der Vorteil kippt erst, wenn das E Auto mehr als dreißig Kilowattstunden pro hundert Kilometer verbraucht.
00:10:22: Da kommt man ran, wenn man ein sehr schweres Auto hat und auch sehr schnell fährt – und gleichzeitig der Strom über fünfhundert Gramm CO² pro Kilowattstunde hat.
00:10:33: Beides zusammen, fünfhundert Gramm das ist etwas über dem globalen Durchschnitt von vierhundertsechzig Gramm und darüber liegt man so in Ländern wie Südafrika, Indien China Japan Australien.
00:10:44: für ein Vergleich ist natürlich auch die Fahrleistung wichtiges Kriterium.
00:10:47: der Break Even liegt bei sieben tausend Kilometern im Jahr Das also guten Drittel der durchschnittlichen Fahrleistungen in den USA.
00:10:55: Einschränkungen?
00:10:55: Natürlich ist das hier lediglich ein Vergleich von Treibhausgasemissionen, andere Umweltbelastung oder gar soziale Aspekte sind da nicht drin.
00:11:03: Es ist nur treibhaus.
00:11:05: gas und funktionierende Neuwagen zu verschrotten rechnet sich natürlich wirtschaftlich auch gar nicht schon gar nicht in den USA wo der Gebrauchtwagenmarkt wirtschaftliche super wichtig und riesig ist.
00:11:18: Das Verschrotten als Szenario unterstreicht wirklich lediglich wie vorteilhaft der Betrieb von E-Autos in diesem Vergleich tatsächlich ist.
00:11:26: Das Paper ist natürlich so für Pkw geschrieben und in den USA, für schwere Nutzfahrzeuge gibt es jetzt die Rechnung genauso nicht.
00:11:33: aber man kann sich ja mal überlegen welche Parameter sich denn da grundsätzlich verschieben?
00:11:38: Ist natürlich erstens die Fahrleistungen.
00:11:41: Fernverkehrs-Sattelzucht macht hunderttausend bis hundfünfzig tausend Kilometer im Jahr und der Brakeven, der bei PKW also bei sieben Tausend liegt, den hat man also schon mehr oder weniger in der ersten Woche.
00:11:53: Die Batterie ist größer die Produktionsschuld also auch höher aber sie wird eben über ein Vielfaches der Laufleistung abgetragen.
00:12:01: Die Paybackzeit von drei Jahren wird wahrscheinlich auf wenige Monate schrumpfen.
00:12:05: und zweitens in der Realität wird der Diesel LKW natürlich nicht verschrottet.
00:12:09: er wird verkauft nach Osteuropa, nach Afrika.
00:12:12: In die zweite, in die dritte, in der vierte Hand.
00:12:15: und dieser Verdrängungsfaktor würde im Vergleich von den Pkw's auch schon den Vorteil mehr oder weniger auffressen denn man gibt es ja weiter und jemand anders nutzt es weiter.
00:12:26: Und das ist jetzt im Transportmarkt noch mehr der Fall weil man eben nicht ein Fahrzeug verdrängt sondern die globale Flotte anschweren.
00:12:36: Lkw wächst und wächst.
00:12:38: Ich habe versucht, Daten zur Bestandsentwicklung global zu finden.
00:12:42: Das ist gar nicht so einfach und alles irgendwie schäkig.
00:12:46: Und da war ich mir nicht ganz sicher wo sie aber alle Quellen einig sind.
00:12:50: es geht aufwärts und das hat Jahrzehnten und auch ordentlich schnell.
00:12:53: Studie ist verlinkt in den Kommentaren.
00:12:54: So Paper die aus Science kommt, die sind immer sehr kompakt geschrieben und gut aufbereitet.
00:12:59: Das kann man sich gerne mal anschauen.
00:13:05: Und dann schiebe ich gleich das zweite nach aus einer harte Themenschwenk.
00:13:09: Zweite Studie heißt What Sustainability Disclosures Disclose.
00:13:15: Nachhaltigkeitsberichte kennen wir alle gut und die stehen ja durchaus in der Kritik, weil ich glaube für dich nicht vergleichbar.
00:13:22: als Antworten sind dann über die Zeit.
00:13:23: ja diese freilegen Frameworks entstanden GRI, SASB, TCFD, CDP, SPDI Und die wiederum haben so die verpflichtende Regulierung geprägt.
00:13:33: aber diese ganze Debatte ob die jetzt gut sind oder nicht Liefer bisher immer eher, ohne dass jemand wusste was in den Berichten überhaupt drin steht.
00:13:40: Zumindest im großen Korpus an Berichten die es so gibt und weil die Berichte so unterschiedlich aufgebaut sind ist das auch einfach schwer auswertbar.
00:13:51: So dass versuchen die Autoren hier mit einem LLM zu lösen.
00:13:55: sie haben sich fünfzehntausend Berichte angeguckt.
00:13:59: von zwei tausend einhundert US Börsen notierten Unternehmen zwischen acht neunzig und zweitausend dreiundzwanzig Und wirklich Satz für Satz ausgewertet entlang verschiedener Kriterien, zum Beispiel wie konkret ist der Satz?
00:14:11: Enthälter Zahlen.
00:14:12: Ist es reines Marketing?
00:14:13: die Autoren nennen das Fluff berichtet da irgendwas Negatives über das Unternehmen und wie viele Datentabellen und Diagramme hat er Bericht eigentlich?
00:14:21: Fünf Befunde gibt's.
00:14:23: erstens nach zwanzig fünfzehn explodiert Die Berichterstattung mehr Unternehmen.
00:14:28: gleichzeitig war auch mehr externe Prüfungen und mehr Framework Nutzung.
00:14:31: Das ist wenig überraschend Sicher, aber jetzt hier halt mal quantifiziert.
00:14:37: Zweitens Unternehmen nutzen oft mehrere Frameworks gleichzeitig.
00:14:42: Zum Beispiel waren es zwanzig-zweiundzwanzig über achtzig Prozent der Berichte, der GRI-Berichte auch SOSB-konform.
00:14:50: und jetzt wird's interessant, je normaler das berichten wurde desto schlechter wurden die Berichte weniger konkret, weniger zahlen mehr Marketingsprache ohnehin dünnen Startbasis aus.
00:15:02: Im Schnitt bestehen die Berichte zu siebenundzwanzig Prozent aus Marketing setzen, zu dreizehn Prozent mit Zahlen aus negativen Aspekten.
00:15:12: Doppelt so viel Werbung wie Zahlen und das sind die Anteile – absolut wächst alles!
00:15:17: Die Werbesprache wächst einfach nur viel schneller als der Rest.
00:15:22: Viertes Feining Erfahrung hilft nicht.
00:15:24: Wer lange berichtet, berichtet konkreter Quantitativer mit mehr Tabellen, mehr schlechten Nachrichten.
00:15:31: Aber die Autoren schreiben das liegt nicht an der Übung.
00:15:36: es liegt einfach daran dass die Unternehmen die früh angefangen haben unter Druck standen und das immer noch beibehalten haben.
00:15:44: besser zu berichten als anderes.
00:15:46: ist nicht der Fall dass es einen beobachtbaren Lerneffekt gäbe sondern fünftens Die frameworks sind recht uneinheitlich.
00:15:54: GRI Berichte haben mehr tabellen aber anteilig weniger Zahlen im Text, SASB und TCFD haben weniger Marktingsprache.
00:16:01: TCFd tendenziell mehr negative Nachrichten.
00:16:05: Aber grundsätzlich – und das finde ich schon stark oder etwas überraschend – die Autoren finden kein Beleg dafür dass sie Nutzung eines Frameworks selbst zur Verbesserung führt also in den von ihnen gemessenen Qualitäts.
00:16:19: Indikatoren.
00:16:20: Da fand ich spannend aufgrund der riesigen Datenmenge, die man sich da angeschaut hat und stellt auch so ein bisschen die Diskussion in Europa um – wer muss denn nun reporten?
00:16:28: Ein bisschen anderes Licht!
00:16:31: Auch das verlinkt Ihnen schon
00:16:32: uns.".
00:16:38: Der NABU meldet im aktuellen Jahresbericht spürbare Erfolge bei der Renaturierung von Flüssen und Muren.
00:16:45: An der unteren Havel wird seit rund zwanzig Jahren an einem stabilen Fluss-Ökosystem gearbeitet mit dem Ergebnis, dass dort wieder seltene Arten zurückkehren.
00:16:52: Gleichzeitig funktioniert die renaturierte Aue als Wasserspeicher kann also dure Perioden abmildern und beim Hochwasserschutz helfen.
00:17:00: auch bei Morhen sieht er Naboo Fortschritte.
00:17:03: laut Jahresbericht wurden mit Partnern bereits Zehntausend Hektar Moorfläche renaturiert.
00:17:08: Die Botschaft dahinter ist ziemlich klar Renaturierung ist nicht nur Naturschutz sondern auch ganz konkrete Klimaanpassungen.
00:17:14: Warum?
00:17:15: Und warum ist das wichtig, weil Renaturierung nicht nur gut für die Artenvielfalt ist sondern auch ganz praktisch gegen die Folgen von Dürren hilft.
00:17:22: Intakte Flussauen und Moore speichern Wasserpuff an Trockenphasen ab und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen Extremwetter.
00:17:29: Anders gesagt wer über Dürre spricht muss auch über Renaturierungs sprechen.
00:17:34: ich denke dass eine gute Meldung zum Abschluss.
00:17:40: So wenn du jetzt von guten Meldungen sprichst eigentlich wollte ich es in die nächste Woche schieben aber irgendwie ist es lustig und der fantastische Meldungs.
00:17:47: Kaum im Amt.
00:17:48: schon werden im Bundesverkehrsministerium die richtig wichtigen und dicken Bretter gebohrt.
00:17:53: Timo, stell dir vor zwei SimSons identisches Baujahr, gleiche technische Ausstattung.
00:17:58: trotzdem darf bislang eine Sechzig Kamer gefahren werden, die andere nur Vierzehn Kamer.
00:18:04: Shocking!
00:18:05: Warum?
00:18:05: weil eine in der DDR zugelassen und gefahren wurde.
00:18:08: Und die andere zu DDR-Zeiten exportiert, und dann reimportiert wurde.
00:18:13: So das BMV macht jetzt den Weg frei für mehr Einheitlichkeit.
00:18:17: man empfiehlt den zuständigen Ländern, die gleichzustellen so dass man egal mit welchem quasi Erwerbsmuster oder mit welcher Historie ein Fahrzeug gezeichnet ist beide soll man demnächst mit Sechzig KMH fahren können.
00:18:33: Ist es nicht toll?
00:18:35: Das stinkt jetzt relativ lapidar.
00:18:36: Ich fand es auch irgendwie amüsant, ich hab ein bisschen gelesen.
00:18:40: Meine Güte steht da viel Aufwand und EU-Recht Und was weiß ich?
00:18:45: Was hinter?
00:18:46: und vielleicht habt ihr das auch schon mal gesehen So Simson sind ja gerade sehr beliebt bei insbesondere Politikern aus einem bestimmten Spektrum nämlich Höcke und Siegmund zum Beispiel die so demonstrative Simson Ausfahrten Veranstalten mit ihren Anhängern, um so Heimatverbundenheit und das ostdeutsche Lebensgefühl zu inszenieren.
00:19:09: Wer weiß wozu es gut ist wenn auf der Front sich was bewegt?
00:19:15: Übrigens anderer Fun Fact weisse wer die Simson erfunden hat und in der NS-Zeit enteignet wurde.
00:19:23: Genau eine jüdische Gründerfamilie.
00:19:25: aber kognitive Dissonanz kann man ja in der blauen Partei fantastisch aushalten.
00:19:30: So genug davon.
00:19:32: Habt ein schönes Wochenende, wir hören uns nächste Woche.
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